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Bogdan Coșa

Bogdan Coșa (geboren 1989) ist ein rumänischer Autor und Übersetzer literarischer Texte. Er studierte Philologie an der Transilvania Universität Kronstadt und absolvierte im Anschluß den Masterstudiengang Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Bukarest. 2011 erschien sein erster Roman Poker bei Cartea Românească (Debütpreis des Verlages Cartea Românească; Debütpreis des Magazins Tiuk) und 2013 sein zweiter Roman Poker. Black Glass (Der junge Schriftsteller des Jahres 2013) und der Gedichtband O formă de adăpost primară, beide ebenfalls im Cartea Românească Verlag. Er schreibt für zahlreiche Magazine und seine Texte erscheinen in mehreren Anthologien.

„Jeder Schriftsteller schreibt, um geliebt zu werden.“ – Mircea Cărtărescu im Dialog mit 15 jungen rumänischen Schriftsteller*innen

Es wurden verschiedene Fragen von folgenden Personen gestellt. Die Reihenfolge der Namen entspricht aber nicht unbedingt der Reihenfolge der gestellten Fragen – Augustin Cupșa, Lavinia Braniște, V. Leac, Tatiana Țîbuleac, Radu Vancu, Florina Pârjol, Bogdan Răileanu, Alina Purcaru, Mihai Iovănel, Corina Sabău, Andrei Gamarț, Cristina Ispas, Vlad Drăgoi, Diana Geacăr und Vlad Moldovan. (Ich danke ihnen.)

Der Krötenbrunnen

Der Krötenbrunnen   »J’aimes être libre, éperdument libre. Libre comme un mort-né.« E.M. Cioran   Sie hatte es getan, schließlich hatte sie es getan, allein dies ging ihr wie ein waagerecht durch den Kopf laufendes Band durch die Sinne, wie ein anachronistischer und unpersönlicher Scroll, der just in dem Moment abzulaufen begonnen hatte, als sie in dem nach Jod und Medikamenten riechenden Bett des um ein ganzes Leben älteren Mannes aufgewacht war. Sie hatte es getan, schließlich hatte sie es getan, sagte sie sich und schaute auf den glatten Rücken, die zu runden Hinterbacken – sie waren ihr schon vor längerer Zeit aufgefallen, als sie ihn beobachtete, wie er über den Krankenhausflur davonging, oder wenn er sich im Operationsraum plötzlich umdrehte, eine unerwartete Pirouette vollführte und die Spritze in den Kautschukdeckel der Perfusion steckte. Sie hatte es getan, schließlich hatte sie es getan, und danach wäre sie am liebsten wie von Zauberhand hinweggefegt verschwunden aus dem  Bereitschaftszimmer und dem Bett dieses Typen, den sie nicht beim Namen nannte, und der sie am Vorabend mit gelangweilter Stimme ins Zimmer gerufen hatte, um ihr das Operationsprotokoll zu diktieren. Sie waren verpflichtet – das wusste selbst Maia, die erst seit ein paar Monaten im Operationssaal arbeitete –, sämtliche Operationen detailgenau zu protokollieren, schwarz auf weiß aufzuschreiben, wie der Schnitt mit der Stahlklinge des Skalpells gesetzt wurde, wie man durch die gelbe und kompakte Fettschicht zwischen Kapillaren, Venen, feinem Arteriengeäst sowie unter dem Muskel verborgenen feinsten Gefäßen hindurchgedrungen war, wie man ringsum mit hämostatischen

Thomas Mann vs. Carantina, 1-1 la pauză

Dat fiind că limitările pe care suntem nevoiți să le acceptăm în această perioadă au calitatea de a influența în special modul în care percepem timpul, ne-am amintim un fragment din romanul „Muntele vrăjit”