Plattform für Gegenwartsliteratur DE-RO
dlite_icon_organic
© C. H. Beck 2019

Ein Auftrag für Otto Kwant, Roman von Jochen Schmidt

Der verarmte und eher glücklose Architekturstudent Otto Kwant landet mit einem Auftrag im fiktiven postsowjetischen Staat Ufurstan, irgendwo in Zentralasien. Otto wird in völlig bizarre Begegnungen und haarsträubende Abenteuer verwickelt. Immer wieder scheitern seine verzweifelten Versuche, aus Ufurstan zu entfliehen.
Share on facebook
Share on whatsapp
Share on linkedin

Anfragen zur Lizenz bitte an den Verlag: https://www.chbeck.de/foreign-rights/foreign-rights-contacts/
Copyright des Artikels: New Books in German http://www.new-books-in-german.com/job-otto-kwant
In der Kolumne New Books in German präsentieren wir ausgewählte Neuerscheinungen aus dem deutschen Sprachraum in kurzen Rezensionen| © New Books in German

Otto Kwant ist ein junger und idealistischer Architekturstudent mit einem berühmten Architektenvater. Nachdem er nach Berlin geschickt wurde, um Projektmanager für ein extrem angesagtes Architekturbüro zu werden, darf er zu seiner Überraschung den Stararchitekten Holm Löb nach Mangana, der Hauptstadt von Urfustan begleiten. Urfustan ist eine postsowjetische Diktatur unter Zültan Tantal, dem „Architekten des Vaterlandes“. Löb soll die deutsche Botschaft in Form einer Jurte bauen, verschwindet aber fast sofort. Löb ist nicht nur weg, auch Ottos Gepäck kommt nie an. Otto fühlt sich völlig verloren. Bei einer Audienz im Palast beauftragt Ufurstans Diktator Kwant, einen „Palast der Demokratie“ als posthumes Denkmal für seine Herrschaft zu entwerfen und zu bauen. Die deutsche Botschaft und Löb sind so gut wie vergessen, und es scheint niemanden zu stören, dass Otto völlig unterqualifiziert ist.

Ottos einzige Lösung besteht darin, Ufurstan so schnell wie möglich zu verlassen. Dies erweist sich als alles andere als einfach. Eine U-Bahn bringt ihn nicht wie erwartet zum Flughafen, sondern zu einer Station mitten in der Wüste, wo er nichts als Sand und einen mürrischen Mann mit einem Besen findet. Später, als er versucht, sein Hotel mit dem Taxi zu erreichen, bringen ihn die beiden sehr zwielichtigen Fahrer stattdessen zur amerikanischen Botschaft, wo er der Spionage beschuldigt wird. Man bietet ihm Geld an, um ein Doppelagent zu werden, mit nur einem Tag, um sich zu entscheiden. Mehr Grund zur Flucht! Er versucht das Hotel zu Fuß zu erreichen. Stattdessen wird er als nächstes zu den Rebellen der Gegenregierung gebracht, die ihm einen von Löbs Fingern in einer Schachtel zeigen und ihm mit einem ähnlichen Schicksal drohen, wenn er ihren Befehlen nicht folgt. Sie wollen, dass er eine Zeitbombe in das Fundament des „Palastes der Demokratie“ legt, sobald das Fundament gelegt ist. Sie stellen ihm ein weiteres Ultimatum. Jeder scheint überall zu wissen, wer er ist, und Otto fühlt sich beobachtet, verfolgt, unglaublich einsam und völlig ratlos.

Während Schmidt den verwirrten Protagonisten von einer Skurrilität zur nächsten führt, beschreibt er auf wunderbare Weise die Verwirrung und Einsamkeit, die man in einer Welt erlebt, die sich der Logik entzieht. Otto Kwants Odyssee wird Leser in aller Welt begeistern und unterhalten.


Jochen Schmidt wurde in Ost-Berlin geboren, wo er bis heute lebt. Er ist Journalist, Autor und Übersetzer.

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on linkedin

Weitere Beiträge:

Ein Gedicht von Daniela Chana

Daniela Chana, 1985 in Wien geboren, promovierte an der Universität Wien im Fach Vergleichende Literaturwissenschaft. Ihre Kurzgeschichten und Gedichte wurden bereits in zahlreichen Literaturzeitschriften (Lichtungen, kolik, entwürfe, etcetera, Am Erker, …). Ihr Lyrikdebüt „Sagt die Dame“ (Limbus Verlag, 2018) wurde unter die „Lyrik-Empfehlungen 2019“ der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung gewählt. Am 15. Februar 2021 erschien ihr Erzählband „Neun seltsame Frauen“ im Limbus Verlag.

Open Call: Media Incubator 2021

Wenn du dich für Journalismus begeisterst und die Geheimnisse von qualitativen Journalismus entdecken möchtest, lädt das Goethe-Institut Bukarest dich vom 14. bis 17. Oktober 2021 zum MEDIA INCUBATOR Bukarest ein. Dieses Projekt umfasst Begegnungen mit Speakern, Workshops mit Mentor*innen – rumänischen und deutschen etablierten Journalist*innen – und ähnliche Aktivitäten.

Adriana Popescu: Morgen irgendwo am Meer (Romanfragment)

Adriana Popescu, in München geboren, arbeitete als Drehbuchautorin fürs Fernsehen, schrieb für verschiedene Zeitschriften und studierte Literaturwissenschaften, bevor sie sich ausschließlich dem Schreiben von Romanen widmete. Mittlerweile veröffentlichte sie über zwanzig Bücher, die in mehreren großen Publikumsverlagen erscheinen.
Sie schreibt auch unter verschiedenen Pseudonymen wie Sarah Fischer, Carrie Price oder Adriana Jakob. Mehrere ihrer Bücher wurden ins Englische, Polnische und Italienische übersetzt. Die Autorin lebt mit großer Begeisterung in Stuttgart.

Mara-Daria Cojocaru: Hilfestellung für den letzten Menschen

Mara-Daria Cojocaru, geboren 1980 in Hamburg, ist Schriftstellerin und Philosophiedozentin. Philosophisch arbeitet sie zu tierethischen und -politischen Themen in der Tradition des Pragmatismus. Derzeit entwickelt sie das Projekt einer tiergestützten Philosophie. Darüber hinaus schreibt sie auch kreativ am liebsten in Gesellschaft anderer Tiere. Sie selbst denkt davon weniger in aktivistischen als in potenzialistischen Begriffen – ihre Hunde halten das für eine ihrer etwas merkwürdigen Eigenschaften, spielen aber trotzdem mit ihr.