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Lyrik

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Mara-Daria Cojocaru: Hilfestellung für den letzten Menschen

Mara-Daria Cojocaru, geboren 1980 in Hamburg, ist Schriftstellerin und Philosophiedozentin. Philosophisch arbeitet sie zu tierethischen und -politischen Themen in der Tradition des Pragmatismus. Derzeit entwickelt sie das Projekt einer tiergestützten Philosophie. Darüber hinaus schreibt sie auch kreativ am liebsten in Gesellschaft anderer Tiere. Sie selbst denkt davon weniger in aktivistischen als in potenzialistischen Begriffen – ihre Hunde halten das für eine ihrer etwas merkwürdigen Eigenschaften, spielen aber trotzdem mit ihr.

Ein Gedicht von Daniela Chana

Daniela Chana, 1985 in Wien geboren, promovierte an der Universität Wien im Fach Vergleichende Literaturwissenschaft. Ihre Kurzgeschichten und Gedichte wurden bereits in zahlreichen Literaturzeitschriften (Lichtungen, kolik, entwürfe, etcetera, Am Erker, …). Ihr Lyrikdebüt „Sagt die Dame“ (Limbus Verlag, 2018) wurde unter die „Lyrik-Empfehlungen 2019“ der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung gewählt. Am 15. Februar 2021 erschien ihr Erzählband „Neun seltsame Frauen“ im Limbus Verlag.

Drei Gedichte von Gerhard Falkner

Gerhard Falkner, geboren 1951, zählt zu den bedeutendsten Dichtern der Gegenwart. Er veröffentlichte zahlreiche Lyrikbände, u.a. „Hölderlin Reparatur“, für den er 2009 den Peter-Huchel-Preis erhielt, und zuletzt „Ignatien“ (2014). Für seine Novelle „Bruno“ wurde ihm 2008 der Kranichsteiner Literaturpreis verliehen. Gerhard Falkner lebt in Berlin und Bayern.

DLITE Essential Mix – Welttag der Poesie

Seit 1999 feiern immer mehr Ländern den von der UNESCO ins Leben gerufenen Welttag der Poesie. Bei Dlite werden am 21. März 2021 21 Dichter:innen aus Deutschland und Rumänien in einen poetischen Dialog treten – ein Event, an dem Sie teilnehmen können, indem Sie uns auf unsere Facebook-Seite besuchen. Von morgens bis abends werden wir in der Gesellschaft von 21 zeitgenössischen Dichter:innen sein. Ein ausgezeichneter PoetryMix.

Martina Weber – 2 Gedichte

Martina Weber wurde in Mannheim geboren und lebt in Frankfurt am Main. Tätig ist sie als Lyrikerin, Übersetzerin, wissenschaftliche Autorin (als Juristin), Fachjournalistin und Bloggerin auf manafonistas.de. Für ihre Lyrik erhielt sie zuletzt ein Aufenthaltsstipendium in St. Mihiel/Frankreich (2017). Von ihr erschienen die Gedichtbände „erinnerungen an einen rohstoff“ (2013) und „Häuser, komplett aus Licht“ (2019), Poetenladen Verlag, Leipzig. Außerdem „Zwischen Handwerk und Inspiration. Lyrik schreiben und veröffentlichen“, 3. Auflage, Uschtrin Verlag.

„Paul Celan 100: Poetische Begegnungen“

Das Projekt bietet dem internationalen Publikum eine Hommage an Paul Celan, wobei zeitgenössische Schriftsteller*innen in den Dialog mit seiner Lyrik treten. Seit Paul Celans Geburt vor 100 Jahren sind Sprachdynamik, Stile und Wahrnehmungen in ständiger Veränderung und Neugestaltung. Das gesellschaftliche Klima hat sich verändert, individuelle Freiheiten haben ganz neue Ebenen erreicht. Wir stellen uns deshalb heute die Frage, ob es etwas gibt, was unverändert geblieben ist, und was sich wesentlich verändert hat? Auf welche Art kann Celans Lyrik, die in einem spezifischen historischen Kontext entstanden ist in einen Dialog mit den Realitäten, Sprachen und Perspektiven unserer Zeit treten?

In zwanzig Jahren – ein Gedicht von Elke Erb

Elke Erb wird am 18. Februar 1938 in Scherbach in der Eifel geboren. 1949 siedelt sie in die DDR nach Halle an der Saale über. Dort besucht sie die Oberschule und studiert von 1957 bis 1963 Germanistik, Slawistik, Geschichte und Pädagogik. Später arbeitet sie als Lektorin im Mitteldeutschen Verlag in Halle. Seit 1966 ist sie freischaffende Schriftstellerin in Berlin. Auszeichnungen und Literaturpreise: u.a. Peter-Huchel-Preis (1988), Heinrich-Mann-Preis (1990, zusammen mit Adolf Endler), Erich-Fried-Preis (1995), Hans-Erich-Nossack-Preis (2007), Roswitha-Preis (2012), Georg-Trakl-Preis für Lyrik (2012), Ernst-Jandl-Preis (2013) und Georg-Büchner-Preis (2020). In zwanzig Jahren   werde ich altgeworden sein, oder? Nämlich gebrechlich, geschwächt, habe mehr als gelegentlich dann, ja gewiß gleichermaßen systematisch Ausfälle des Gedächtnisses, des Wahrnehmens. Und die Löcher, wie Mottenfraß, werden aber andererseits Gewebeverdickungen sein – Löcher nur meinerseits – unauflösliche, undurchdringliche Knoten. Dazwischen ich. Seit ich denken kann, ein Geschrei jedesmal, wenn ich durchkomme irgendwo – von irgendwo nach (unvermutet) irgendwo. Werde dies Durchkommen zeitlebens als Text aufgesetzt, gewebt haben, plusquamperfekt. Also doch dauerhaft dann, jedes Mal, schärfer, rascher als jetzt & zeitlebens wahrnehmen, was bleibt, verdickt, während ich abnehme. Abnehme, zunehmend stocke, stutze, stehe und Schluß. Kehre ich um, wie vor verschlossenen Türen? Schließlich weg sein, als Kürzel mich überholender Perspektiven einst in die Welt gesetzt, unvollendeter Vergangenheit. Heerzugsmut, schicksalsergebener. Es sei ausdrücklich wieselflink, wie unterwegs das Bachwasser blink. Werde nicht hören, was man Unbekömmliches sagt. Reine Materie, still doch. Sinnlöcher, Seinsknubbel, unverschluckbar (unerreichbare Gegenteil-Häppchen). – Taugen, miteinander verbunden, als Käfig (oder nur die Verbindungen, knotenlos), – und drin, in die

Besuch: ein Gedicht von Nora Bossong

Die alte Frau sitzt tagelang am Fenster / und hält ein Taschentuch, zu träg,/hinaus in eine Welt zu winken,
die sie nicht mehr betritt. Das Draußen / ist ein Fernsehbild.

Mein lieber Paul…

„Wenn du Paul Celan vor dir hättest, was würdest du ihn fragen? Was glaubst du, würde er darauf antworten? Wie würdest du die Frage selbst beantworten?” 2020 steht ganz im Zeichen von Paul Celan. Zum hundertsten Geburtsjahr des Autors führen wir die Reihe der Gespräche mit zeitgenössischen Autor:innen weiter. Heute kommen wir zurück auf Cosmin Dragoste (Philologe, spezialisiert auf deutsche, vorklassische Zivilisation und Literatur, Übersetzungen und Rückübersetzungen, beziehungsweise deutsche Literatur aus Rumänien).

Der Widerspruch zwischen zwei Begriffen

„Wenn du Paul Celan vor dir hättest, was würdest du ihn fragen? Was glaubst du, dass er darauf antworten würde? Wie würderst du die Frage selbst beantworten?” 2020 steht ganz im Zeichen von Paul Celan. Zum hundertsten Geburtsjahr des Autors führen wir die Reihe der Gespräche mit zeitgenössischen Autoren weiter. Hier die Antworten von Alexandru Bulucz, Dichter und Übersetzer.

Julia Grinberg – zwei Gedichte

Julia Grinberg, geboren 1970 in der UdSSR, aufgewachsen in der ehemaligen DDR und später in der Ukraine. Seit 2000 lebt sie in Deutschland bei Wiesbaden. Nach dem Chemiestundium arbeitete sie in Pharmabereich, später absolvierte sie verschiedene Ausbildungen und ist in der Weinbranche tätig.

Auf Deutsch sind ihre Gedichte bei Fixpoetry und Signaturen erschienen sowie in Mosaik, Außer.Dem und in den Anthologien Versnetz_zwölf, „all over heimat“ und „Seitenstechen“, Homunculus Verlag. Ihr Debütband „kill-you-darlinge“ erschien im Herbst 2019 bei Gutleut-Verlag.